Kommunikation im Internet steht bei den Jugendlichen ganz vorne

Samstag, 27. November, 2010 - 13:35 Uhr


Wie es aus der aktuellen repräsentativen Jim-Studie 2010 („Jugend, Information, (Multi-)Media“) hervorgeht, sollen etwa die Hälfte der Jugendlichen (46 Prozent) das Internet hauptsächlich zur Kommunikation wie chatten, skypen oder mailen verwenden. Dies legte der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest am Freitag in Mannheim vor.

Ein Phänomen wurde durch die Studie ganz besonders hervorgehoben: Das sogenannte „Cybermodding“. Rund 15 Prozent der Umfragebeteiligten sind der Meinung, dass im Internet falsche oder beleidigende Angaben über sie verbreitet wurden. Etwa 23 Prozent sollen selbst miterlebt haben, wie ein anderer „fertiggemacht“ wurde.

Herausgestellt wurde auch, dass für etwa 86 Prozent der insgesamt 1208 Befragten Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 das Internet nach wie vor auf Platz zwei nach dem Musikhören steht. Für rund 56 Prozent ist Fernsehen und Radio sehr wichtig. Aber auch die Tageszeitung mit 38 Prozent wurde relativ häufig erwähnt.

Wie es mit der Nutzungsdauer des Internets aussieht, wurde laut der Studie ebenfalls festgestellt. Dabei kam heraus, dass so langsam eine „Sättigung“ eingetreten ist, im Vergleich zu den letzten Jahren, die eher mit einem Wachstum verzeichnet wurden. So wurde festgestellt, dass 91 Prozent der Befragten täglich oder mehrmals online sind. Der sogenannte „Tageskonsum“ liegt bei 138 Minuten.

Festgestellt wurde auch, inwieweit die Beteiligten auf die Gefahren im Internet stehen. So kam heraus, dass rund 44 Prozent Angst vor Abzocke und Betrug haben, gefolgt von Viren mit 42 Prozent. Datenklau liegt auf Platz drei mit etwa 28 Prozent und Cybermobbing rangiert auf Platz vier mit 25 Prozent.

Die Jim-Studie berichtet auch, dass etwa jeder vierte Nutzer sich schon mal über Beleidigungen und unerlaubten Fotos beschwerte. Unterschiede bei den Geschlechtern gibt es hierbei auch: Mädchen nannten dies öfter (28 Prozent) als Jungen (21 Prozent). Die Studie stellte auch heraus, dass Parallelen in Bezug auf das Bildungsniveau existieren. So sollen Nutzer mit Hauptschulhintergrund fast doppelt so viele Beleidigungen im Netz mitbekommen haben, als Gymnasiasten.

Welche sozialen Netzwerke weit vorne liegen, wurde ebenfalls festgestellt. So soll mit 53 Prozent „SchülerVZ“ bei den Befragten immer noch vorne liegen, obwohl dieses Netzwerk in der Vergangenheit Verluste in Kauf nehmen musste. Dagegen stieg aber der Anteil von Facebook im Vergleich zum letzten Jahr von 6 auf 37 Prozent an. Etwa zwei Drittel der Nutzer dieser Communitys legen in den Einstellungen fest, dass nur eine bestimmte Gruppe, oftmals Freunde, ihre Daten einsehen können. Im Jahre 2009 lag dieser Wert noch bei ein Drittel der Nutzer.

Wie man anhand der Studie sehen kann, setzen die Jugendlichen von heute verstärkt auf Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Kommunikation spielt hierbei eine sehr große Rolle.

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